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Ministerpräsident Haseloff überreicht Bundesverdienstorden an vier Sachsen-Anhalter

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(LNP) Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff hat heute während einer Feierstunde in der Magdeburger Staatskanzlei vier Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland an Bürger des Landes Sachsen-Anhalt überreicht. Verliehen wurden diese durch Bundespräsident Joachim Gauck. Haseloff hob bei dieser Gelegenheit die Bedeutung ehrenamtlichen Engagements für das Funktionieren der demokratischen Gesellschaft hervor: „Die hohe gesellschaftliche Bedeutung des Ehrenamtes zeigt sich im jahrelangen Engagement vieler Bürger, die selbstlos und mit großem Einsatz ganz wesentlichen Anteil am Funktionieren unseres Gemeinwesens haben. Um auch für künftige Herausforderungen in der Gesellschaft gewappnet zu sein, ist es notwendig, generationenübergreifend für das Ehrenamt zu werben.“

Geehrt wurden:

Dietrich Bungeroth, Dessau-Roßlau, Verdienstkreuz am Bande

Der 65-jährige pensionierte Pfarrer wurde für seine Verdienste als Wegbereiter der friedlichen Revolution im mitteldeutschen Raum sowie für seine inner- und außerkirchliche Friedensarbeit geehrt. Mit vielfältigen Aktivitäten hat er sich um die Aufarbeitung des Nationalsozialismus, den Erhalt der jüdischen Gemeinde Dessau und den deutsch-jüdischen Dialog verdient gemacht. Hinzu kommen seine aufopferungsvolle Jugendarbeit und sein Einsatz zum Schutz der Elbe. Seine beharrliche Initiative gab den Anstoß zur Errichtung einer Erinnerungsstätte für die jüdische Gemeinde in Wörlitz. „Sie zeichnen sich durch hohes gesellschaftliches Engagement sowie soziale Kompetenz aus. Ihre ehrenamtlichen Aktivitäten genießen Wertschätzung über konfessionelle und weltanschauliche Grenzen hinweg“, sagte Haseloff an Bungeroth gerichtet.

Manfred Armin Hans Huth, Freyburg, Verdienstkreuz am Bande

Der 84-jährige Schneidermeister im Ruhestand wurde für sein über 50-jähriges ehrenamtliches Engagement in der Pilz- und Insektenforschung geehrt. In den 1960er Jahren gewann er Anschluss an Fachkreise der genannten Gebiete. Er war Gründer der Arbeitsgemeinschaft der Pilzfreunde im mitteldeutschen Trockengebiet, als Pilzsachverständiger Ansprechpartner für die Bevölkerung und arbeitete an der Publikation „Pilzflora der Deutschen Demokratischen Republik“ mit. Bis heute ist er ein wichtiger Ansprechpartner für Pilzfloristen in Deutschland und Europa. Fachleute benannten in Würdigung seiner Verdienste einen neu entdeckten Pilz nach ihm. Eng verbunden mit seiner wissenschaftlichen Tätigkeit ist auch sein wichtiges Engagement im Naturschutz. Bis heute arbeitet er im Naturschutzbund Sachsen-Anhalt mit. „Trotz Ihres hohen Ansehens sind Sie immer bodenständig und bescheiden geblieben. Ihre natürliche, uneigennützige und von hoher Fachkompetenz geprägte Art wird allseits geschätzt“, wandte sich Haseloff an Huth.

Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann, Samswegen, Verdienstkreuz 1. Klasse

Der 73-jährige pensionierte Universitätsrektor wurde für seinen herausragenden Beitrag zum Aufbau der Hochschulbildung und der Spitzenforschung in Sachsen-Anhalt geehrt. Als ein Gründungsdekan und später als Rektor der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg hat er hohe Verdienste um die Zusammenführung der Universität aus den drei Gründungsinstitutionen. Nicht zuletzt während seines Rektorats hat sich die Universität zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelt. In Forschung und Lehre hat sie eine überregionale Sichtbarkeit gewonnen. Magdeburger Neurowissenschaftler sind Partner im bundesweiten Demenz-Netzwerk, das internationales Spitzenniveau repräsentiert. Hohe Verdienste hat Pollmann auch um die Verbindung der Universität zur Landeshauptstadt. Beide vergeben gemeinsam Stipendien und Preise. Auch in zahlreichen ehrenamtlichen Tätigkeiten wirkte und wirkt er an der Entwicklung der Hochschullandschaft Sachsen-Anhalts mit. Das betrifft unter anderem seine zwei Amtszeiten als Präsident der Landesrektorenkonferenz und seine Funktion als Vorstandsvorsitzender des Wissenschaftszentrums Sachsen-Anhalt Lutherstadt Wittenberg e. V. „Mit Ihrer Umsicht und dem Blick fürs Ganze vertreten Sie auch im Ruhestand die Anliegen von Forschung und Wissenschaft in Sachsen-Anhalt in hervorragender Weise“, richtete sich Haseloff an Pollmann.

Heinz Kurt Reifarth, Walternienburg, Verdienstmedaille

Der 65-jährige pensionierte Grundschulrektor wurde für sein langjähriges kommunalpolitisches und ehrenamtliches Engagement geehrt. Seit seiner Wahl zum ehrenamtlichen Bürgermeister 1990 setzt er sich beispielhaft für die Entwicklung seiner Heimatgemeinde Walternienburg ein. Sein besonderes Augenmerk gilt seit mehr als 20 Jahren der Sanierung der denkmalgeschützten mittelalterlichen Burganlage. Inzwischen ist sie ein beliebtes Ausflugsziel und Schauplatz von kulturellen Veranstaltungen. Reifarth übernimmt selbst Führungen und präsentiert seinen Heimatort. Darüber hinaus kümmert er sich um die Weiterführung der Ortschronik. „Ihr Engagement fördert maßgeblich das starke Gemeinschaftsgefühl und das rege Vereinsleben in Walternienburg. Sie verstehen es beispielhaft, Ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger zu freiwilliger Mitarbeit zu motivieren“, richtete Haseloff lobende Worte an Reifarth.

Holger Totzek
Staatskanzlei Sachsen-Anhalt
Hegelstrasse 42
39104 Magdeburg
Tel. : +49 391 567 6689
E-Mail: Holger.Totzek@stk.sachsen-anhalt.de

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