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Besier: Sachsen von Akademiker-Abwanderung stark betroffen / Wanderungsausgleich für Studienabsolventen notwendig

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(LNP) Der Studie „Fachkräfte 2020“ von Studitemps GmbH und Maastricht University zufolge büßt der Freistaat Sachsen durch die Abwanderung von hier ausgebildeten Studienabsolventen jährlich etwa 200 Millionen Euro ein, wenn man die Investitionen in Studienplätze zu Migrationsbewegungen ins Verhältnis setzt. Hamburg, Berlin, Bayern und Baden-Württemberg profitieren demnach von zuwandernden Studienabsolventen, alle anderen Bundesländer weisen einen negativen Saldo auf. Außerdem belegen die Autoren, dass Sachsen bei den Investitionen pro Studierendem an Platz 14 der 16 Bundesländer steht.

Dazu erklärt der wissenschafts- und hochschulpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE, Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Gerhard Besier:

Die Studie belegt erneut, was längst bekannt ist: Sachsen ist für junge Akademiker weniger attraktiv als andere Bundesländer. Abwanderungsgründe liegen offenbar in mangelnden beruflichen Perspektiven und unbefriedigenden Verdienstaussichten – hierfür sind die kleinteilige Struktur der sächsischen Wirtschaft, die fehlende Großindustrie und die geringe Präsenz zukunftsträchtiger Branchen mitverantwortlich. Tatsache ist auch, dass die einzelnen Bundesländer bei den Bildungsinvestitionen nicht gleich leistungsstark sind und unterschiedlich stark von Fachkräftewanderungen profitieren. Wer am föderalen Bildungssystem festhält, muss daher einem Wanderungsausgleich für die Fachkräfteausbildung zustimmen, der diese Ungleichgewichte behebt oder wenigstens abschwächt. Diesen fordert DIE LINKE seit Jahren.

Mindestens aber müssen Migrationsbewegungen junger Akademiker in einer möglichen institutionalisierten Hochschulfinanzierung des Bundes abgebildet werden. Es wird aufmerksam zu beobachten sein, welche hochschulpolitischen Weichenstellungen die neue Bundesregierung vornehmen wird. Doch selbst wenn das Kooperationsverbot fällt und eine intensivere Zusammenarbeit von Bund und Ländern im Bildungsbereich möglich wird, folgt daraus – ich habe mehrfach darauf hingewiesen – kein Automatismus, der dem Freistaat Sachsen eine bedarfsdeckende Hochschulfinanzierung beschert. Die sächsische Staatsregierung wird mit denen anderer Bundesländer um Mittel konkurrieren müssen. Wenn Sachsen nicht bereit ist, Bundesmittel mit einem für den Bund akzeptablen Landesengagement zu ergänzen, werden sich andere Bundesländer in diesen Verhandlungen durchsetzen. Daher muss die Staatsregierung endlich die Grundfinanzierung der sächsischen Hochschulen erhöhen.

Marcel Braumann
Pressesprecher
Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag
Bernhard-von-Lindenau-Platz 1
01067 Dresden
Tel.: (0351) 493 5823
Fax: (0351) 496 0384
Mail: Marcel.Braumann@slt.sachsen.de

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