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Schweitzer: Alkoholverzicht während der Schwangerschaft wichtig

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(LNP) „Alkoholkonsum während der Schwangerschaft kann zu einer erheblichen Schädigung des Kindes führen und seine gesamte Entwicklung lebenslang beeinträchtigen. Selbst kleinste Trinkmengen sind risikoreich. Deshalb muss der absolute Alkoholverzicht während der Schwangerschaft eine Selbstverständlichkeit werden.“ Darauf wies Gesundheitsminister Alexander Schweitzer anlässlich der 15. FASD-Fachtagung „Wenn Liebe allein nicht reicht“ hin, die der Minister heute in Ludwigshafen eröffnete. Die zweitägige Fachtagung wendet sich an Fachkräfte aus Medizin, Psychologie und Pädagogik sowie an Eltern von Kindern und Jugendlichen mit vorgeburtlichen Schädigungen durch Alkoholkonsum in der Schwangerschaft (FASD). Veranstalter ist der FASD Deutschland e. V.

Unter dem Begriff FASD, der Fetalen Alkoholspektrumstörung, wird die gesamte Bandbreite der vorgeburtlichen Alkoholschädigungen zusammengefasst. „Jährlich werden in Deutschland rund 2.200 Kinder mit einem fetalen Alkoholsyndrom geboren“, sagte Schweitzer. Die nach der Geburt diagnostizierten Schädigungen, die durch Alkoholkonsum der Schwangeren verursacht wurden, reichen von Fehlbildungen, Wachstumsstörungen und Herzfehlern bis hin zu erheblichen geistigen und emotionalen Einschränkungen. „Darüber hinaus kommen in Deutschland jährlich mehr als 4.500 Kinder mit einem eingeschränkten FAS zur Welt, deren Erkrankung häufig nicht erkannt oder meist erst im Verlauf der Kindheit diagnostiziert wird“, so der Minister weiter. Diese Schädigungen äußern sich in intellektuellen und motorischen Fehlentwicklungen und Entwicklungsverzögerungen.

Nach Ansicht Schweitzers sind auch die werdenden Väter gefordert, ihre Partnerin beim Alkoholverzicht zu unterstützen, denn sind erst einmal Schädigungen durch Alkoholkonsum während der Schwangerschaft eingetreten, können sie auch durch spätere Therapien nicht geheilt werden. „Viele Kinder und Jugendliche mit FAS sind ihr Leben lang auf fremde Hilfe oder Fürsorge angewiesen. Zudem haben sie ein größeres Risiko in ihrem späteren Leben selbst suchtkrank zu werden“, betonte der Minister und räumte zugleich mit der Mär auf, das es gefahrlose alkoholische Getränke gäbe. „Es gibt keine alkoholischen Getränke, die harmloser sind als andere. Daher empfehlen Ärzte und Experten den vollständigen Verzicht auf alkoholische Getränke während der Schwangerschaft und der Stillzeit.“

Auf einen Alkoholverzicht in der Schwangerschaft zielt auch die aus Landesmitteln geförderte Kampagne ‚Mach dir nix vor!‘, die vom Büro für Suchtprävention der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz im Auftrag des Ministeriums umgesetzte wurde. „Die Kampagne wirbt für Punktnüchternheit, also den Verzicht auf Alkohol in bestimmten Lebenssituationen, wie im Straßenverkehr oder am Arbeitsplatz“, so Schweitzer. „Alkoholfrei schwanger“ sei ein wichtiger Baustein der Kampagne, mit dem unter anderem eine Online-Fortbildung für Fachkräfte angeboten wird, die im beruflichen Alltag mit schwangeren oder stillenden Frauen zu tun haben. Weitere Informationen dazu unter www.lzg-rlp.de.

Annelie Zimmer
Pressereferat
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