Home Thüringen Landtagssondersitzung: Gebührender Umgang mit Angehörigen der NSU-Opfer
Thüringen

Landtagssondersitzung: Gebührender Umgang mit Angehörigen der NSU-Opfer

Teilen Sie
Teilen Sie

(LNP) Zum Vorschlag des Thüringer Rechnungshofpräsidenten Sebastian Dette, die Entscheidung über die Neubesetzung eines Direktorenpostens während der NSU-Sondersitzung des Landtags am 22. August vorzunehmen, erklärt Bodo Ramelow, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag:

„Wir können einer Vermischung des NSU-Themas mit Personalien des Rechnungshofs nicht zustimmen. In dieser Sondersitzung stehen ausschließlich die Opfer des NSU-Terrors und ihre Angehörigen im Mittelpunkt sowie die notwendige Aufklärungsarbeit des Untersuchungsausschusses. Der Thüringer Landtag darf sich dabei nicht von anderen allgemeinen Alltagsthemen ablenken lassen – seien sie auch noch so wichtig“, so Bodo Ramelow. „Dieser Tag ist einfach kein Termin, um Personalfragen zu klären oder gar politische Streitigkeiten auszutragen.“ Im Vordergrund stehe die Aufarbeitung des Versagens der Thüringer Behörden und ein würdiger Umgang mit den Familienangehörigen. „Diese Landtagssitzung wird höchst emotional sein, wenn auf der Besuchertribüne viele Angehörige der Opfer anwesend sind. Will Herr Dette wirklich in dieser Situation Personalfragen entscheiden lassen, gerade wenn sie strittig sind?“, fragt Bodo Ramelow.

Der Fraktionschef der LINKEN im Landtag verweist darauf, das seine Fraktion einen zielführenden Vorschlag unterbreitet hat, sowohl die vorgeschlagene Personalfrage in Rudolstadt zu lösen als auch die innere Verfassung und Unabhängigkeit des Hofes zu stärken. Unmittelbar nach der Landtagswahl könne eine einvernehmliche Besetzung der Direktorenstellen vorgenommen werden. Die Auswahl erfolge nach dem Prinzip der Bestenauslese sowie der Berücksichtigung der Entscheidung des Rechnungshofs.
Gleichzeitig zu notwendigen strukturellen Veränderungen im Rechnungshof könnten die vom Präsidenten vorgeschlagenen Einsparungen Realität werden. „Wir wollen die innere Unabhängigkeit und Selbststeuerung des Rechnungshofes stärken und damit erhalten sowie gleichzeitig den Rechnungshof als Kollegialorgan wieder stärken. Hierzu liegen unsere Vorschläge auf dem Tisch, die jenseits vom Wahlkampf zügig und einvernehmlich umgesetzt werden können“, erklärt der LINKE-Politiker. Die Sondersitzung zum Thema NSU sei jedenfalls ungeeignet dafür, so Ramelow abschließend.

Diana Glöckner
Pressesprecherin
Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag
Jürgen-Fuchs-Straße 1
99096 Erfurt
Tel.:   0361-377 22 93
Mail:   gloeckner@die-linke-thl.de
www.die-linke-thl.de

Teilen Sie

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Weitere Beiträge
AllgemeinThüringen

Der Tag der Deutschen Einheit 2022 findet in Erfurt statt

Bürgerfest und Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in Erfurt Tag der...

Prof. Dr. Jens-Christian Wagner, Sabine Stein, Anita Ganzenmüller, Dr. Michael Löffelsender
Thüringen

Generationenwechsel in der Gedenkstätte KZ Buchenwald

Verabschiedung von Sabine und Harry Stein Neue Herausforderungen für Anita Ganzenmüller und...

Insektenschutz: Förderung der Biodiversität im Gartenbau
ThüringenWissenschaft

Insektenschutz: Förderung der Biodiversität im Gartenbau

Beispielhaftes Projekt zur Förderung der Biodiversität im Obstbau in Gierstädt vorgestellt (lnp)...

Leader in Thüringen – Heimat gemeinsam gestalten
AllgemeinThüringen

Leader in Thüringen – Heimat gemeinsam gestalten

40 Millionen Euro für Projekte im ländlichen Raum Bewerbungsfrist für LEADER-Förderung in...