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Chancen und Risiken eines Nationalparks mit Rheinland-Pfalz in der Diskussion – Projekt stößt auf großes Interesse

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(LNP) Eines ist an diesem Abend noch mal deutlich geworden: Das Interesse für einen grenzüberschreitenden Nationalpark ist groß in der Region. Sowohl das Land, als auch der Landkreis St. Wendel sowie die betroffenen Gemeinden Nohfelden und Nonnweiler stehen einem Nationalpark gemeinsam mit Rheinland-Pfalz im Bereich Hochwald-Idarwald positiv gegenüber. Allerdings blieben nach wie vor einige Fragen wie die Finanzierung oder Nutzungseinschränkungen offen.

Der Staatssekretär im Umweltministerium, Roland Krämer, hatte gemeinsam mit dem St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald und den Bürgermeistern von Nonnweiler und Nohfelden, Dr. Franz Josef Barth und Andreas Veit, zur Informationsveranstaltung in die Nonnweiler Kurhalle eingeladen. Welche Chancen bieten sich der Region, welche Einschränkungen und Risiken sind mit einem Nationalpark verbunden? Diese Fragen wurden mit den interessierten Gästen erörtert.   

Die rheinland-pfälzische Landesregierung hatte 2011 ein Verfahren zur Gründung eines Nationalparks gestartet. Geeignete Regionen wurden aufgefordert, im Rahmen eines „Interessensbekundungsverfahrens“ entsprechende Ideen und Konzepte in die Diskussion einzubringen. In die engere Auswahl ist auch unsere Nachbarregion Hochwald-Idarwald gelangt. Im Juni 2012 startete im Kreis Birkenfeld die zweite Phase: In einem moderierten Prozess wird mit den Bürgerinnen und Bürgern, Kommunen und Vereinen erörtert, wie sich Naturwald entwickeln lässt und wie gleichzeitig die Bedürfnisse der hier lebenden Menschen befriedigt werden können. Eine Entscheidung über den Zuschnitt des Parks dürfte erst Ende 2013/Anfang 2014 fallen.   

Sollte die Region Hochwald-Idarwald den Zuschlag erhalten, wäre unter Beteiligung der Gemeinden Nohfelden und Nonnweiler, die bereits im Naturpark Saar-Hunsrück Erfahrung mit grenzüberschreitenden Kooperationen gesammelt haben, ein grenzüberschreitender saarländisch- rheinland-pfälzischer Nationalpark umsetzbar. In diesen Park könnten Teilbereiche der Gemarkungen Eisen und Sötern der Gemeinde Nohfelden sowie der Gemarkung Otzenhausen (Gemeinde Nonnweiler) eingebracht werden.  

Trotz aller bekundeten Sympathie für ein solches Projekt gab Staatssekretär Krämer bei dem Infoabend zu bedenken:  „Natürlich wird für uns eine der Schlüsselfragen sein: Welche Kosten kommen konkret auf das Saarland zu, wenn es sich mit knapp 1000 Hektar Fläche an dem Nationalpark beteiligt.“ Dennoch ließ Krämer keinen Zweifel an einer generellen Bereitschaft des Landes: „Ein grenzüberschreitender Nationalpark wäre nicht nur aus ökologischen Gründen sinnvoll. Er könnte auch Lehr- und Lernort sowie eine Attraktion für Touristen sein. Damit würden die drei wesentlichen Kriterien der Nachhaltigkeit erfüllt. Die Einrichtung eines Nationalparks könnte also ein Modellprojekt der nachhaltigen Entwicklung darstellen.“

Hintergrund:
Nach dem Bundesnaturschutzgesetz (§ 24) sind Nationalparke rechts­verbindlich festgesetzte, großräumige, einheitlich zu schützende Gebiete von besonderer Eigenart. Sie verfolgen das Ziel, dass im überwie­genden Teil ihres Gebietes die Naturvorgänge in ihrer natürlichen Dynamik ablaufen können, sie also durch Menschen und vor allem durch menschliche Nutzung nicht beeinflusst werden.

Quelle: Saarland.de – Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz

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