(LNP) Jüdische Glaubensgemeinschaften haben bis zu ihrer radikalen Auslöschung durch die Nationalsozialisten über Jahrhunderte das regionale Kulturgeschehen im Saarland beeinflusst und ihre Spuren hinterlassen. Zeichen jüdischen Lebens finden sich heute noch an Schulen, Friedhöfen oder Synagogen. Damit das Wissen über wichtige Kapitel unserer Vergangenheit nicht verloren geht, hat der Landkreis St. Wendel zusammen mit dem Adolf-Bender-Zentrum St. Wendel das Projekt „Orte gegen das Vergessen im Landkreis St. Wendel“ auf den Weg gebracht.
„Jüdisches Leben und jüdische Kultur sind ein unverzichtbarer Bestandteil unserer kulturellen Identität, die wir pflegen und bewahren müssen. Es ist Aufgabe der Politik, das Wissen über unsere historischen Wurzeln künftigen Generationen zu vermitteln. Erinnern ist wichtig. Aber es müssen auch Taten folgen. Dass Projekte und Aktionen gegen Rechtsextremismus nach wie vor notwendig sind, haben uns erst wieder die Verbrechen der rechtsextremen Terrorzelle NSU vor Augen geführt“, so der Minister für Umwelt und Verbraucherschutz, Reinhold Jost, bei der Abschlussveranstaltung in der Bosener Mühle.
Sieben „Orte gegen das Vergessen“ wurden im Landkreis St. Wendel eingerichtet: In St. Wendel (Stadtzentrum und Panoramaweg), in Oberthal (Moya Moutier Platz), in Baltersweiler (Dorfplatz), in Sötern (Marktplatz), in Gonnesweiler (Rundweg Bostalsee) und in Tholey (vor dem jüdischen Friedhof). Die Orte wurden mit Bänken und Informationstafeln ausgestattet. Darüber hinaus gehören Ausstellungen, Filmdokumentationen, die Herausgabe einer Informationsbroschüre und die Erarbeitung eines umfangreichen pädagogischen Schulprogramms zum Projekt.
Das Umweltministerium hat das Projekt mit rund 65.000 Euro aus Mitteln des Landes und der Europäischen Union (LEADER) gefördert.
Sabine Schorr
Pressesprecherin
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