Home Hessen Nordhessische Jusos kritisieren soziale Schieflage in Bertelsmann-Studie zu Kommunalfinanzen
Hessen

Nordhessische Jusos kritisieren soziale Schieflage in Bertelsmann-Studie zu Kommunalfinanzen

Teilen Sie
Teilen Sie

(LNP) Die nordhessischen Jusos kritisieren Teile der finanzpolitischen Forderungen im „Kommunalen Finanzreport 2013“ der Bertelsmann Stiftung als Anschlag auf den sozialen Frieden in den hessischen Städten. „Eine Erhöhung der Grundsteuer B, für die die Bertelsmann-Stiftung eintritt, bedeutet wissentlich eine weitere Verschärfung der Situation auf dem Mietwohnungsmarkt in Kauf zu nehmen. Dieses wäre bei einem enorm angespannten Mietmarkt im Rhein-Main-Gebiet und bei deutlich anziehenden Mieten im nordhessischen Kassel eine erhebliche Belastung für den sozialen Frieden in den Städten. Wir Jusos lehnen das energisch ab“, erklärte Oliver Schmolinski, Bezirksvorsitzender der nordhessischen Jusos in der SPD.

Auch der Vorschlag nach Einführung einer kommunalen Schuldenbremse wird von den Jusos kritisiert.

„Notwendig zur Behebung der Finanznot der öffentlichen Hand sind nicht immer weitere Schuldenbremsen, sondern Einnahmen, die die notwendigen Ausgaben auch decken. Eine vernünftige Steuerreform und die Herstellung von Steuergerechtigkeit sind dazu notwendig. Wir fordern daher, ein Ende der Dumpingsteuern auf Kapitaleinkünfte, die Wiedereinführung einer Vermögenssteuer, die Erhöhung des Spitzensteuersatzes, die Einführung einer Finanztransaktionssteuer und die Erhöhung der Erbschaftssteuer für hohe Vermögen. Auch die Steuerschlupflöcher für internationale Konzerne müssen endlich geschlossen werden, “ führte Oliver Schmolinski weiter aus.

Äußerst verwunderlich ist nach Ansicht der Jusos auch, dass die Bertelsmann-Studie zwar das Land Hessen für seinen kommunalen Schutzschirm lobt, aber kein Wort über die massiven, verfassungswidrigen Kürzungen im kommunalen Finanzausgleich verliert, die die Kommunen weder durch den kommunalen Schutzschirm noch durch die Erhöhung von Kommunalsteuern kompensieren können. Und ganz auffällig ist auch an der Studie, dass Steuererhöhungen für Mieter und Häuslebauer opportun sind, aber über eine gerechte Beteiligung von Unternehmen an der notwendigen Konsolidierung der kommunalen Finanzen nicht gesprochen wird. Die Gewerbesteuer ist für die Bertelsmann-Stiftung offenbar tabu, da zeigt sich dann auch wes Geistes Kind die Studie ist und wessen Interessen hier vertreten werden.

Dietmar Bürger
Bezirkssekretär
Jusos in der SPD
Bezirk Hessen-Nord
Humboldtstraße 8a
34117 Kassel
Telefon:   0561-70010-14
Fax:         0561-70010-19
Email: dietmar.buerger@spd.de

Teilen Sie

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Weitere Beiträge
Bewerbungen für den Hessischen Mundart-Preis 2026 Bild: pixabay
HessenLandes-Meldungen

Hessischer Mundart-Preis 2026

Ein Aufruf zur Pflege der hessischen Sprachvielfalt In Hessen wird gebabbelt, geschnuddelt...

Zukunftsplan Wasser in Hessen startet in die Umsetzung
Hessen

Die Wasserversorgung in der Klimakrise sicherstellen

Zukunftsplan Wasser in Hessen startet in die Umsetzung (lnp) Mit einer Veranstaltung...

Hessen

Umweltministerium fördert Lebensräume für klimasensible Arten

Klimaschutz ist auch Artenschutz Umweltministerin Hinz besucht Magerrasen-Verbundprojekt in Waldeck (lnp) Von...

Bei der Mahd spielt der richtige Zeitpunkt eine entscheidende Rolle – diese Meinung von Naturschutzdezernent Christian Zuckermann (r.) teilt auch Straßenmeisterei-Mitarbeiter Andre Döring.
Hessen

Ökologisches Mähen: Mehr Artenvielfalt am Straßenrand

Ökologisches Mähen hat Verkehrssicherheit und Biodiversität gleichermaßen im Blick (lnp) Summende Insekten,...