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Beschlagnahmung von Reptilien und Amphibien aus Thailand

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Beschlagnahmung von Reptilien und Amphibien aus Thailand
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Zusammen gegen den Wildtierschmuggel

(lnp) Aquariumsleiter Prof. Dr. Thomas Ziegler vom Kölner Zoo hat in der vergangene Woche den renommierten Albertus-Magnus-Lehrpreis der Studierendenschaft der Biologie an der Universität zu Köln erhalten.

Zollmitarbeiter konfiszierten Mitte Oktober am Münchner Flughafen vier Schildkröten und diverse Amphibien aus Thailand. Sie fanden diese in Plastikdosen im Gepäck eines Reisenden. Die Tiere wurden nach toller Erstversorgung durch die Auffangstation für Reptilien München e. V. in den Kölner Zoo gebracht. Bei den Schildkröten handelte es sich um Weichschildkröten, bei den Amphibien um zwei Frösche sowie 13 Behälter mit insgesamt über hundert Kaulquappen.

Zollmitarbeiter brachten die Tiere zur Erstversorgung umgehend zur Auffangstation für Reptilien München e. V.. Dort wurden auch erste Gesundheitstests durchgeführt. Da insbesondere die Larvalstadien von Amphibien sehr empfindlich sind, kontaktierte Thomas Türbl, Fachtierarzt für Reptilien der Münchener Auffangstation, Prof. Dr. Thomas Ziegler vom Kölner Zoo, der vergangene Woche den Albertus-Magnus-Lehrpreis der Studierendenschaft der Biologie an der Universität zu Köln empfangen hat. Die Terrarienabteilung des Kölner Zoos verfügt über ausgewiesene Amphibienexpertise und spezielle Quarantäne- und Haltungsräume für Amphibien.

Die zuständigen Behörden willigten rasch ein. Der Reisende, bei dem die Tiere gefunden wurden, gab ebenfalls schnell seine Verzichtserklärung. So konnten die eingezogenen Reptilien und Amphibien am 19. November, nach bestmöglicher Versorgung in der Münchner Auffangstation für Reptilien, nach Köln transportiert werden. Im Kölner Zoo werden die Tiere nun erneut quarantänisiert. Später sollen sie in die Haltungsanlagen des Kölner Aquariums einziehen – zunächst hinter den Kulissen.

Von den Weichschildkröten wurden bereits Speichelproben genommen, um sie genetisch identifizieren zu können. Dies ist notwendig, da sich die Jungtiere der unterschiedlichen Arten einander sehr ähnlich sehen. Bei den Kaulquappen wird erst die Umwandlung zum fertigen Amphib zeigen, um welche Arten es sich exakt handelt. Bei einigen Fröschen – so genannten kryptischen Artkomplexen, wo die verschiedenen Arten einander sehr ähnlich sehen – wird zusätzlich später zur genauen Bestimmung ein Gentest erforderlich.

Der Fall ist also noch längst nicht abgeschlossen. Zehn Kaulquappen haben sich in der Zwischenzeit bereits in kleine Fröschchen umgewandelt, darunter baumbewohnende Ruderfrösche. Die kleinsten davon – mit dem passenden Familiennamen Microhylidae – sind gerade einmal wenige Millimeter groß. Sie machen noch nicht einmal ein Viertel eines kleinen menschlichen Fingernagels aus. Hier ist das Durchbringen und Aufziehen tatsächlich Expertensache. Schon jetzt konnte unter den Fröschen eine bedrohte Art ausfindig gemacht werden: Der Bunte Katzenaugenfrosch (Nyctixalus pictus), auch Zimtbaumfrosch genannt, der laut der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN als „Near Threatened“, also potentiell gefährdet, gilt. Seine Bestände in der Natur sind rückläufig.

Dieser Tierschmuggelfall, wenn auch ethisch verwerflich, hat erfreulicherweise noch eine gute Wendung genommen.
• Dank des Münchner Flughafenzolls, der hier wieder einmal sehr gut aufgepasst und sehr gute Arbeit geleistet hat.
• Dank des Teams der Auffangstation für Reptilien, München e. V., das zum wiederholten Mal sofort professionell half, die Tiere aufzufangen.
• Dank der Experten des Kölner Zoos, die einmal mehr bei der Bestimmung beschlagnahmter Tiere unterstützten, um diese dann dauerhaft aufzunehmen oder weiterzuvermitteln.
• Zudem natürlich, weil die involvierten Behörden, Institutionen und Experten untereinander so rasch und effizient kommuniziert und Entscheidungen herbeigeführt haben.

Die Zukunft wird zeigen, ob sich sogar das eine oder andere Nachzuchtprogramm aus dieser Beschlagnahmung aufbauen lässt.

Quelle: Pressemitteilung Kölner Zoo vom 19.12.2019
Bildquelle: Prof. Dr. Thomas Ziegler

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